| Aufruf |
am Sonntag, den 11. September 2011, 13 bis 18 Uhr
Am Lustgarten zwischen Dom und Alter Nationalgalerie
Vor 70 Jahren, am 22. Juni 1941, begann der deutsche Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion.
27 Millionen Menschen des Vielvölkerstaates starben in den vier Jahren des grausam geführten Kriegs,
davon 18 Millionen Zivilistinnen und Zivilisten und ca. 9 Millionen Soldatinnen und Soldaten. Unzählige
wurden erschossen und erhängt, sie starben durch Hunger und in Kriegsgefangenenlagern. Wir
fordern, dass die inzwischen hoch betagten sowjetischen Kriegsgefangenen endlich eine
Entschädigung für ihre Leiden erhalten! Millionen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter wurden
nach Deutschland verschleppt. Zugleich mit dem Einfall der Wehrmacht in die Sowjetunion begann der
systematische Völkermord an Juden, Roma und Sinti in allen besetzten Gebieten Europas.
Dennoch gelten neonazistische und rassistische Parteien wie die NPD in unserem
Land als wählbar und streben danach, 2011 erneut in deutsche Parlamente
einzuziehen. Menschenverachtende Parolen wie jüngst die von Thilo Sarrazin finden sogar zunehmend Gehör in der "Mitte" der Gesellschaft. Die
Demontage von Grundrechten im Sicherheitswahn, die soziale Ausgrenzung und Diskriminierung sollen
legitim werden. Unter dem Deckmantel der Islamkritik und einer angeblichen Verteidigung "westlicher
Werte" versuchen rechtspopulistische Organisationen wie "Pro Deutschland" oder "Die Freiheit"
rassistische Ressentiments verstärkt gesellschaftsfähig zu machen. Sie spekulieren darauf, dass sie bei
den Wahlen in Berlin im September 2011 an Wahlerfolge von rechtspopulistischen oder offen
faschistischen Parteien in Österreich, in Ungarn, Frankreich, den Niederlanden und weiteren
europäischen Ländern anknüpfen können. Das wollen wir nicht zulassen!
Unter diesen Bedingungen kommt den zivilgesellschaftlichen Initiativen gegen rechts mit ihrem
vielfältigen und unverzichtbaren Engagement neue Arbeit zu. In diesem Zusammenhang fordern wir,
die "Extremismusklausel" im Förderprogramm des Familienministeriums, die ein Klima des
Misstrauens und Verdachts verbreitet, zu streichen!
Die Tradition, in jedem Jahr den zweiten Sonntag im September als Gedenktag für die Opfer des
Faschismus zu begehen, begründeten im Jahr 1945 Überlebende der Zuchthäuser und
Konzentrationslager. In Übereinstimmung mit ihnen treten wir an diesem Tag der Erinnerung und
Mahnung für ein friedliches und gleichberechtigtes Miteinander der Menschen auf, unabhängig von
Geschlecht, Herkunft, sozialem Status, Religionszugehörigkeit, Lebensentwürfen und Überzeugungen.
Kontaktbüro:
c/o Berliner VVN-BdA
Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin
Tel: 030 29 78 41 78/74
Fax: 030 29 78 43 78
E-Mail: info [AT] tag-der-mahnung.de
Spendenkonto:
Berliner VVN-BdA
Postbank Berlin
Kto-Nr: 315904105
BLZ: 10010010
Verwendungszweck: Tag der Mahnung
Spendenquittung auf Wunsch
Für die schriftliche Unterstützung des Aufrufes gibt es diesen als PDF-Dokument zum Ausdruck.
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