Tag der Erinnerung und Mahnung
Aufruf 2016

Tag der Erinnerung und Mahnung, der zweite Sonntag im September

am Sonntag, den 11. September 2016, 12 bis 19 Uhr

12.00 Uhr:

Auftaktkundgebung am Mahnmal für die ermordeten Sinti und Roma Europas:

Im Anschluss Antifaschistischer Fahrradkorso, vorbei an Stätten von Verfolgung und Widerstand

Ab 13.00:

Fest der Begegnung im Begegnungszentrum DTK Wasserturm in Kreuzberg

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Überlebende der Konzentrationslager und Zuchthäuser begründeten vor 70 Jahren die Tradition, am zweiten Sonntag im September der Opfer des Faschismus zu gedenken. Das in "Werner- Seelenbinder-Kampfbahn" umbenannte Neuköllner Stadion vereinte am 9. September 1945 zehntausende Berlinerinnen und Berliner, darunter Frauen und Männer unterschiedlicher Gruppierungen des deutschen Widerstandes, Überlebende des Holocaust sowie Angehörige und Freunde der in der NS-Zeit Ermordeten. Sie wurde von den vier Besatzungsmächten genehmigt und tatkräftig unterstützt vom Magistrat, den Kirchen, Gewerkschaften, Jugendverbänden und Parteien.

Als Tag der Erinnerung und Mahnung - Aktionstag gegen Rassismus, Neonazismus und Krieg verbindet er seit dem 9. September 1990 und damit 25 Jahren das Gedenken an die Opfer des Nazi-Regimes mit wichtigen Debatten der Gegenwart.

Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Islamfeindlichkeit und Homophobie haben Konjunktur. Wöchentlich brennen Flüchtlingsheime. Die angebliche "Alternative für Deutschland - AfD", der parlamentarische Arm der neuen nationalistischen Massenbewegung in Deutschland, droht nach den Wahlen am 18. September auch in die Berliner Parlamente, also in das Abgeordnetenhaus und in die BVV'en einzuziehen. Wir werden auch künftig der AfD, den PEGIDAs, Neonazis und Rassisten unterschiedlicher Couleur nicht die Straßen und Plätze überlassen und erwarten, dass ihnen auch politisch eindeutig Grenzen gesetzt werden.

Roma und Romnja sind nirgendwo sicher. Die Erklärung der Länder des ehemaligen Jugoslawiens Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien zu "sicheren Herkunftsstaaten" durch die Bundesregierung kommt für Roma einer Abschaffung des Asylrechts gleich, ihnen wird jegliche Chance auf eine Anerkennung als Flüchtlinge genommen. Gerade die Bundesrepublik steht in historischer Schuld gegenüber den Sinti und Roma in Europa. 500.000 Sinti und Roma wurden von den Nazis und ihren Kollaborateuren ermordet. Alle Romnja und Roma sind damit Nachfahren der Opfer des Faschismus. Dieser Verantwortung gerecht zu werden, entspräche die vorbehaltlose Sicherstellung einer Aufenthalts- und Lebensperspektive für Romnja und Roma in Deutschland. Alle Abschiebungen müssen sofort gestoppt werden, die Abschiebelager ("Balkanlager") müssen geschlossen werden!

Keine Nazis und Rassisten in die Parlamente!
Bleiberecht für Roma und Romnja!
Abschiebungen stoppen!
Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

Wir treten dafür ein:

  • den 8. Mai als Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg auch in Berlin und in ganz Deutschland als offiziellen Gedenktag einzuführen;
  • die hoch betagten sowjetischen Kriegsgefangenen und die Opfer von Wehrmachtsmassakern in Griechenland, Italien und anderen Ländern zu entschädigen und die letzten noch lebenden deutschen Kriegsverbrecher anzuklagen und zu verurteilen;
  • Gedenk- und Lernorte zu schaffen, die an die Ursachen für den unaufhaltsamen Aufstieg des Naziregimes, an Berlin als Zentrale des Eroberungs- Vernichtungs- und Raubkrieges, der Ausplünderung der überfallenen Länder und der über 50 Millionen Toten zu erinnern und auf die Frage "Wie konnte es dazu kommen, dass ein hochentwickeltes Land der faschistischen Barbarei verfiel?" Antworten findet.


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Verwendungszweck: Tag der Mahnung

Spendenquittung auf Wunsch

Der Aufruf
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